Weltlage 00:07 UTC
DE – Sprache wählen: Deutsch
Zurück zur Übersicht

WeltUrda, Provinz Toledo · Europa

Zugunglück bei Toledo: Getöteter AVE-Lokführer warnte vor Bahnmängeln

Der beim Zugunglück von Urda getötete Lokführer des AVE, 36, gehörte der Partei Izquierda Española an. Freunde erinnern an seine Warnungen vor dem Zustand der Bahn.

Von

Leere Hochgeschwindigkeitsstrecke in weiter Ebene bei Dämmerung, in der Ferne ein rotes Signal
Symbolbild (KI-generiert) · Mundivio / OpenAI

Bei dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Urda in der zentralspanischen Provinz Toledo ist auch der Lokführer des AVE ums Leben gekommen. Die linke Partei Izquierda Española bestätigte den Tod des 36-jährigen Antonio A., der Mitglied der Partei war. Das berichtete der Sender Telecinco am Donnerstag, 29. Oktober. Der Lokführer sei einer von 69 bestätigten Todesopfern.

Leitstelle ordnete normale Weiterfahrt an

Der AVE 2080 war mit 200 Kilometern pro Stunde unterwegs, als er mit dem Zug Iryo 6076 kollidierte. Der Iryo-Zug versuchte zu diesem Zeitpunkt, wieder anzufahren. Wann der Iryo zum Stehen kam, ist umstritten: Laut Telecinco nennt die Regierung 8.53 Uhr, Iryo-nahe Quellen 8.48 Uhr.

In Funkaudios ist zu hören, wie die Hochgeschwindigkeits-Leitstelle am Madrider Bahnhof Puerta de Atocha dem Lokführer anordnet: „Fahren Sie normal weiter.“ Daraufhin fuhr er 25 Kilometer mit hoher Geschwindigkeit statt auf Sicht, also mit der Möglichkeit, rechtzeitig anzuhalten. Die Audios wurden am Mittwoch, 28. Oktober, dem staatlichen Sender RTVE zugespielt, nachdem Minister Puente auf einen „Mitarbeiter“ der Leitstelle verwiesen hatte.

Der Lokführer soll noch versucht haben zu bremsen. Den genauen Hergang muss die Untersuchung klären. Auch der Praktikant, der mit ihm im Führerstand saß, kam nach Angaben der Gewerkschaft Semaf vermutlich ums Leben; Medien nennen David Cabañas als Todesopfer. Die Lokführerin des Iryo überlebte. Sie stehe noch unter Schock, sei aber ruhig, weil sie wisse, dass sie alles richtig gemacht habe, hieß es bei der Lokführergewerkschaft Semaf, der beide angehörten.

Weggefährten erinnern an Warnungen

Der Lokführer stammte aus Móstoles bei Madrid und lebte seit vielen Jahren in Barcelona. Nach Angaben von Semaf war er Sohn eines Lokführers und Enkel eines Elektrikers der Staatsbahn Renfe. In der Gewerkschaft nannte man ihn „den Jungen aus Atocha“. Zunächst hatte er eine Ausbildung zum Fotografen gemacht, im Jahr 2012 wurde er Lokführer.

Die Anwältin Paula Fraga, die ihn aus der Partei kannte, sagte: „Er war sehr besorgt über das, was er bei seiner Arbeit sah, zeitweise verängstigt.“ Er habe als einer der Ersten gegen die Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen protestiert, schon vor dem Unglück im andalusischen Adamuz. „Er sagte, wenn sich nichts ändert, sind wir dazu verdammt, es zu wiederholen. Und jetzt hat es ausgerechnet ihn getroffen.“

Die Zeitung El Mundo veröffentlichte auf X einen Beitrag über den Lokführer.

X @elmundoes

Beim Anzeigen wird der Beitrag von X geladen; dabei werden Daten an X übertragen.

Auf X ansehen ↗

Freunde wie Fraga und Guillermo del Valle kritisierten laut Telecinco die Veröffentlichung der Funkaudios.

Mehr aus Europa