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WeltSaint-Ouen, Frankreich · Europa

Tod in Polizeigewahrsam in Saint-Ouen: Vater erstattet Anzeige

Nach dem Tod eines 44-Jährigen in Saint-Ouen bei Paris wirft die Familie der Polizei schwere Gewalt vor. Die Obduktion ergab laut Staatsanwaltschaft keine Verletzungen als Todesursache.

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Leerer Flur einer Polizeiwache mit geschlossenen Türen, einer Holzbank und einem Stapel Akten
Nach dem Tod eines 44-Jährigen im Kommissariat von Saint-Ouen erstattet sein Vater Anzeige; die Obduktion ergab keine erklärenden Verletzungen. Symbolbild (KI-generiert) · Mundivio / OpenAI

Nach dem Tod eines 44-Jährigen in Polizeigewahrsam im französischen Saint-Ouen hat dessen Vater am Mittwoch, 28. Oktober, Anzeige wegen Gewalt mit Todesfolge erstattet. Mauricio K. war am Dienstag, 27. Oktober, im Kommissariat der Stadt im Département Seine-Saint-Denis nördlich von Paris gestorben. Die Staatsanwaltschaft Bobigny teilte am Mittwochabend mit, die Obduktion habe keine traumatischen Verletzungen ergeben, die den Tod erklärten.

Am Nachmittag bewusstlos aufgefunden

Der Mann war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Montag, 26. Oktober, „stark alkoholisiert“ festgenommen worden. Vorgeworfen wurden ihm sexistische Beleidigungen sowie Beleidigung und Bedrohung von Amtsträgern. Direkt nach der Festnahme sei er in ein Krankenhaus gebracht worden, das seine Gewahrsamstauglichkeit bestätigt habe.

In der Nacht zu Dienstag habe ihn zudem ein Arzt einer rechtsmedizinischen Einheit untersucht, am Vormittag sei er ein letztes Mal vernommen worden. Gegen 15 Uhr wurde er laut Staatsanwaltschaft bewusstlos aufgefunden. Er soll einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten haben und starb trotz des Einsatzes der Feuerwehr.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zur Klärung der Todesursache ein und beauftragte die IGPN, die Generalinspektion der französischen Nationalpolizei. Das sei bei Todesfällen in Gewahrsam üblich, erklärte die Behörde.

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Anwalt spricht von schwerer Gewalt

Der Vater reichte die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Bobigny ein. Sein Anwalt Yassine Bouzrou schreibt darin, bei der Festnahme und möglicherweise auch im Kommissariat, in dem der 44-Jährige starb, sei schwere Gewalt verübt worden. Mauricio K. habe an keiner schweren Krankheit gelitten, die den plötzlichen Tod erklären könne.

Die Anzeige lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge durch Amtsträger. Darauf stehen in Frankreich bis zu 20 Jahre Haft. In der Anzeige heißt es, es sei unerlässlich, dass ein Ermittlungsrichter eingeschaltet werde.

Im Gespräch mit der Zeitung Le Parisien, die die Anzeige einsehen konnte, kritisierte Bouzrou das „ohrenbetäubende Schweigen“ der Staatsanwaltschaft und der Polizeiaufsicht. An ein Herzversagen glaube er nicht: „Man stirbt nicht einfach so allein in Polizeigewahrsam, wenn man keine gesundheitlichen Probleme hat.“

Nach Angaben des Anwalts arbeitete Mauricio K. als Maler.

Weitere Gutachten angekündigt

In ihrer Mitteilung verweist die Staatsanwaltschaft auf eine bereits bestehende Herzerkrankung des Mannes. Die Ergebnisse der Obduktion seien der Familie am späten Mittwochnachmittag mitgeteilt worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind weitere Gutachten nötig, um die Ursache des Todes bei einem Mann mit kardialer Vorerkrankung zu bestimmen.

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