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Renato Cariani YouTuber aus Brasilien - bis zu 51 Jahre Haft

Dem brasilianischen Unternehmer drohen nach Berechnung eines Strafverteidigers bei voller Verurteilung bis zu 51 Jahre und 8 Monate Haft, tatsächlich verbüßt werden höchstens 40 Jahre. Seine Firma soll Chemikalien für die Herstellung von Kokain und Crack abgezweigt haben.

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Die Staatsanwaltschaft des brasilianischen Bundesstaats São Paulo (MP-SP) hat die Verurteilung des Unternehmers und Influencers Renato Cariani wegen Drogenhandels und Geldwäsche beantragt. Sie reichte ihre Schlussanträge am 21. Oktober ein. Konkret wirft sie ihm Vereinigung zum Drogenhandel, Handel mit Grundstoffen für die Drogenherstellung und Geldwäsche vor.

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Renato Cariani zeigt in einem älteren Clip eine neue Haarbehandlung, ohne Bezug zu den Vorwürfen Video: Renato Cariani

Cariani folgen auf Instagram mehr als elf Millionen Menschen. Er ist Gesellschafter der Firma Anidrol, die Laborchemikalien vertreibt und ihren Sitz in Diadema im Großraum São Paulo hat. Die Firma soll Chemikalien an Drogenhändler weitergeleitet haben, die damit tonnenweise Rauschgift herstellten, vor allem Crack und Kokain. Cariani ist auf freiem Fuß, ein Urteil steht noch aus.

Strafrahmen von 16 bis 51 Jahren

Folgt das Gericht dem Antrag vollständig, droht jedem Angeklagten nach Einschätzung des Strafverteidigers Anderson Almeida eine Haftstrafe von 16 Jahren und 4 Monaten bis 51 Jahren und 8 Monaten im geschlossenen Vollzug, zusätzlich Geldstrafen. Die Berechnung umfasst die Vereinigung zum Drogenhandel sowie je 59 Fälle von Grundstoffhandel und Geldwäsche.

Almeida zufolge enthält die Rechnung eine Erhöhung um zwei Drittel, weil die Taten als fortgesetzte Handlung gewertet werden könnten. Das sieht die Súmula 659 des Obergerichtshofs (Superior Tribunal de Justiça, STJ) vor. Unabhängig von der Gesamtstrafe sei die tatsächlich zu verbüßende Haft in Brasilien auf 40 Jahre begrenzt, sagte der Jurist.

Die Staatsanwaltschaft fordert dieselben Verurteilungen für zwei Mitangeklagte. Fábio S. soll die Chemikalien verkauft und als Bindeglied zwischen der Firma und den Abnehmern aus dem Drogenhandel fungiert haben. Rodrigo P. soll Bargeld eingezahlt und die illegalen Erlöse verschleiert haben. Für Carianis Geschäftspartnerin bei Anidrol und eine weitere Frau, die in den Ermittlungen der Bundespolizei ebenfalls genannt worden waren, beantragte die Anklage Freispruch.

Vorgetäuschte Verkäufe und Nähe zu einem Polizisten

Nach Darstellung des Gaeco, einer Sondereinheit der Staatsanwaltschaft gegen organisierte Kriminalität, täuschte die Firma 59-mal Verkäufe an Unternehmen vor, die die Produkte nie bestellt hatten. Cariani selbst habe Scheinbestellungen angelegt. Am 26. Februar 2018 habe er erlaubt, außerhalb der Geschäftszeiten Ware abzuholen, die dem Pharmakonzern AstraZeneca in Rechnung gestellt worden war: 100 Liter Diethylether und 50 Kilogramm Lidocainhydrochlorid. Der Bundespolizei habe er Abholbelege mit gefälschten Kennzeichen, Dokumenten und Führerscheinen vorgelegt.

Die Ermittler stützen sich zudem auf Nachrichten von Carianis Handy. Diese zeigten nach Darstellung des Gaeco eine enge Beziehung zu einem Zivilpolizisten, der für die Kontrolle von Chemikalien zur Drogenherstellung zuständig war. Cariani habe Informationen über Ermittlungsschritte des Polizisten erhalten und Firmen für Kontrollen vorgeschlagen – nach Darstellung des Gaeco auch, um Konkurrenten zu schaden. Auf die Frage des Polizisten nach einer Substanz habe er im April 2019 geantwortet, sie werde benutzt, um die Ausbeute von Kokain zu steigern.

Die Ermittlungen begannen 2019. Damals meldete AstraZeneca der Staatsanwaltschaft, dass Anidrol 2017 Rechnungen über Chemikalienlieferungen ausgestellt hatte, die der Konzern nicht als eigene anerkannte. Im Dezember 2023 war Cariani eines der Ziele der Operation Hinsberg; im selben Monat stufte ihn die Bundespolizei formell als Beschuldigten ein. Im Februar 2024 ließ die Justiz die Anklage zu. Cariani hatte früher erklärt, seine Firma sei Opfer einer Bande geworden, die Chemikalien abgezweigt habe.

Verteidigung erwartet Freispruch

Carianis Anwalt Aldo Romani Netto erklärte in einer Stellungnahme an das Nachrichtenportal g1, er nehme den Antrag „mit Gelassenheit“ auf, der Antrag sei „keine Überraschung“. In ihren eigenen Schlussanträgen werde die Verteidigung anhand der Beweisaufnahme zeigen, dass die Vorwürfe unbegründet seien.

„Wir vertrauen darauf, dass die Justiz am Ende ein faires Urteil fällt, das auf einer unvoreingenommenen Prüfung der Beweise beruht“, sagte Romani. „Wir sind überzeugt, dass dieses Urteil zum Freispruch von Renato Cariani führen wird.“

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