Weltlage 11:47 UTC
DE – Sprache wählen: Deutsch
Zurück zur Übersicht

Sport

Mbappé: Chinesische Konzerne beenden Verträge wegen Mao-Meme

Dongpeng, Mengniu und Milkground trennen sich von dem Real-Madrid-Stürmer. Er hatte ein Meme gelobt, das ihn als Mao Zedong zeigt.

Von

Gemälde eines Mannes mit dunklem, zurückgekämmtem Haar in blaugrauer Jacke mit Stehkragen vor Wolkenhimmel
Nach einem Meme-Lob im Interview beenden Dongpeng, Mengniu und weitere chinesische Firmen die Zusammenarbeit mit Fußballstar Kylian Mbappé.

Mehrere chinesische Unternehmen haben am Dienstag, 27. Oktober, ihre Zusammenarbeit mit Kylian Mbappé mit sofortiger Wirkung beendet. Auslöser ist ein Videoclip, in dem der französische Fußballstar ein Meme als sein lustigstes bezeichnete. Darin ist sein Gesicht auf den Körper von Staatsgründer Mao Zedong montiert.

Der Getränkehersteller Dongpeng und der Molkereikonzern Mengniu teilten die Trennung auf der Plattform Weibo mit. Auch der zu Mengniu gehörende Käsehersteller Milkground beendete die Kooperation. Die Erklärungen sind nahezu gleich formuliert: „Unser Unternehmen lehnt jedes Verhalten, das nationale Gefühle verletzt, strikt ab und hat dafür eine Null-Toleranz-Politik.“

Mbappé ist in China sehr populär, seine Werbeverträge dort waren gut sichtbar. Dongpeng hatte ihn im April unter Vertrag genommen, sein Gesicht war auf Flaschen und in der Werbung zu sehen. Die Partnerschaft mit Mengniu lief laut dem Portal Huxiu seit 2021.

Äußerung in Online-Talkshow

Der Clip stammt aus der französischen Online-Talkshow „The Bridge“ mit Mbappés Teamkollegen bei Real Madrid, Aurélien Tchouaméni. Gefragt nach dem lustigsten Meme über sich selbst, nannte Mbappé eines, bei dem sein Gesicht auf „einen Typen – ich glaube, er ist ein chinesischer Diktator“ montiert worden sei. Anschließend wird das Bild mit Maos Körper eingeblendet. Er nutze das Meme oft mit Freunden, vor allem beim Gaming, sagte Mbappé.

Den Namen Mao nannte Mbappé nicht. Die Show hat das Originalvideo offenbar entfernt. Die Faktencheck-Redaktion der Nachrichtenagentur AFP konnte die Echtheit des Videos zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Im September hatte sich Mbappé in einem Interview mit der Sportzeitung L'Équipe zu Memes geäußert, die sein Gesicht auf Politiker und Militärs montieren. Manche seien lustig, andere weniger, weil solche Figuren historisch Schaden angerichtet hätten.

Außenministerium spricht von verletzten Gefühlen

Mao Zedong (1893–1976) gründete die Volksrepublik China und führte die Kommunistische Partei. Witze über ihn gelten in China als Tabu. Der Hashtag zur Trennung von Dongpeng führte am Dienstag die Trends auf Weibo an. Viele Nutzer forderten eine Entschuldigung oder riefen zum Boykott auf.

Die Sportplattform Dongqiudi verurteilte die Äußerungen als beleidigend für China und die chinesischen Fans und erklärte, sie nicht zu übersetzen. Das chinesische Außenministerium erklärte, Worte und Taten, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzten, stießen auf natürlichen Widerstand aus allen Teilen der Gesellschaft.

Weitere Firmen entfernen Inhalte

Die Schweizer Sportmarke On löschte Inhalte mit Mbappé auf ihrem Weibo-Kanal, veröffentlichte aber keine offizielle Kündigung. On hatte erst am 18. September eine weltweite Partnerschaft mit dem Stürmer angekündigt.

Auch der Staatssender CCTV, die Plattform RedNote sowie Dior und Hublot entfernten teilweise Inhalte. Die Sportplattform Hupu löschte laut dem Portal Sina Finanzen Mbappés Platzierung bei der Wahl zum Ballon d'Or. Diese Auszeichnung hatte er am Montag, 26. Oktober, als Zweiter hinter Harry Kane verpasst. Weder Mbappé noch Real Madrid äußerten sich bis Dienstag zu dem Vorfall.

Weitere Meldungen