Feuerlöscher mit Schallwellen: Sheinbaum würdigt Schülerin für Gold in Indonesien
Der akustische Feuerlöscher Vortex Tech löscht kleine Brände mit tiefen Schallwellen statt mit Wasser. Die Jugendliche aus Tamaulipas baute dafür fünf Prototypen.
Von Marcel

Eine Schülerin aus dem mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas hat einen tragbaren Feuerlöscher entwickelt, der kleine Brände mit Schallwellen löscht – ohne Wasser, Schaum oder Chemikalien. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum würdigte die Jugendliche am Donnerstag, 22. Oktober, für eine Goldmedaille, die sie mit dem Gerät bei einer Wissenschaftsmesse in Indonesien gewonnen hatte.
Das Projekt Vortex Tech setzte sich bei der International Science and Invention Fair (ISIF) 2026 durch, die vom 14. bis 16. Oktober stattfand. Nach Angaben der Zeitung Milenio traten dort mehr als 800 Projekte an, 110 davon in der Kategorie der Schülerin. Laut Animal Político und der Bildungsbehörde von Tamaulipas erhielt sie zusätzlich den IYSA Semi Grand Award. Dieser ermöglicht die Teilnahme am Online-Wettbewerb I2ASPO 2026.
Die Jugendliche lernt in der Oberstufe Elektronik; die Angaben zu ihrem Alter schwanken zwischen 16 und 17 Jahren. Auf X stellte das portugiesischsprachige Konto @dailycultures die Erfindung am Montag, 26. Oktober, vor.
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Tiefe Töne verdrängen den Sauerstoff
Das Gerät besteht aus einer 12-Volt-Batterie, einem Frequenzgenerator, einem Verstärker und einem Lautsprecher. Ein umgebauter Eimer dient als eine Art Kanone. Der Löscher erzeugt Schallwellen von etwa 30 Hertz. Diese lösen Turbulenzen und wirbelförmige Luftringe aus, die den Sauerstoff um die Flamme verdrängen und so die Verbrennung unterbrechen.
„Der Löscher konnte verschiedene Arten von Bränden – auf Holz, brennbaren Flüssigkeiten, elektronischen Geräten und Speiseöl – in weniger als zehn Sekunden löschen“, sagte die Schülerin dem Sender Radio Fórmula. Laut Milenio führte sie mehr als 100 Tests durch. Eine Reichweite von bis zu zwei Metern müsse noch bestätigt werden.
Angeregt wurde die Erfindung durch ein Video der US-Militärforschungsbehörde DARPA, das eine große Schallkanone beim Löschen von Flammen zeigte. Rund ein Jahr arbeitete die Schülerin an dem Gerät und baute fünf Prototypen. Ihr Onkel, der Erfahrung mit internationalen Wissenschaftswettbewerben hat, begleitete sie als Berater. Bei der Teilnahme an den Wettbewerben unterstützten sie lokale Behörden und das Bildungsministerium von Tamaulipas.
Vortex Tech ist noch ein experimenteller Prototyp und nicht marktreif. Laut dem Nachrichtenportal Lo de Hoy arbeitet die Schülerin an einer Version, die Feuer automatisch erkennt und die Schallwellen auf die Flamme richtet. Ein staatliches Programm zur Produktion oder Förderung des Geräts gibt es demnach bislang nicht.
Präsidentin nennt Schülerin ein Vorbild
In ihrer morgendlichen Pressekonferenz sagte Sheinbaum, das Wissenschaftsministerium habe Kontakt zu der Schülerin aufgenommen. „Sie ist ein Beispiel für Hunderte und Aberhunderte von Schülerinnen und Schülern.“
Auf Instagram schrieb die Schülerin, die Goldmedaille bedeute „viel mehr als eine Anerkennung – es ist das Ergebnis davon, nie aufzugeben, an unsere Ideen zu glauben und daran zu arbeiten, sie Wirklichkeit werden zu lassen“.
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