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Anschlag in Trappes: Kevin.T weist rassistisches Motiv zurück
Der mutmaßliche Schütze von Trappes stellt die Tat laut Antiterror-Staatsanwalt nicht infrage. In seiner präparierten Wohnung fanden Ermittler „Mein Kampf“.
Von Marcel
Der mutmaßliche Schütze des Anschlags in Trappes westlich von Paris bestreitet ein rassistisches Motiv. Kévin T. stelle die Tat selbst nicht infrage, wohl aber deren rassistischen Charakter, sagte der Nationale Antiterror-Staatsanwalt Olivier Christen am Montag, 26. Oktober.
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Nach Angaben der Antiterror-Staatsanwaltschaft (PNAT) war der Polizeigewahrsam des 39-Jährigen nach einer psychiatrischen Untersuchung am Samstagabend ausgesetzt worden; die PNAT gab das am Sonntag, 25. Oktober, bekannt. Am Montag wurde er wieder aufgenommen. Bei dem Mann sei Schizophrenie diagnostiziert worden, er sei in Behandlung, sagte eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen der Nachrichtenagentur AFP. Bluttests fielen positiv auf Kokain und Cannabis aus.
Schüsse an acht Orten
Am Freitag, 23. Oktober, gegen 10 Uhr Ortszeit soll der Mann aus einem grauen Renault Clio heraus an acht Orten das Feuer eröffnet haben. Die Strecke von etwa zwölf Kilometern führte durch Trappes und das benachbarte La Verrière im Département Yvelines. Unter den Zielen waren eine Tankstelle, ein Kinderspielplatz und ein Gesundheitszentrum. Gegen 10.20 Uhr nahm ihn eine Polizeistreife in Coignières fest.
Ein 26-jähriger Amateur-MMA-Kämpfer wurde getötet. Nach unterschiedlichen Angaben wurden fünf bis sieben Menschen verletzt. Ein zwölfjähriges Mädchen wurde von acht Geschossen getroffen und schwer verletzt. Wie wir am 25. Oktober berichteten, gedachten Hunderte Menschen des Getöteten beim Gedenken an den MMA-Kämpfer.
Bei der Waffe soll es sich um eine Maschinenpistole vom Typ Sten Mk II aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, eine in Frankreich verbotene Kriegswaffe. Ermittler fanden sie in seinem Auto, außerdem Tränengassprays und Handschuhe.
„Mein Kampf“ in präparierter Wohnung
Seine Wohnung in Plaisir hatte der Verdächtige laut PNAT mit Gasflaschen und einem Zeitschalter präpariert. Eine Quelle aus Ermittlerkreisen sagte AFP, bei der Durchsuchung sei ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ gefunden worden, außerdem eine Bibel und ein Koran.
In ersten Vernehmungen soll der Mann gesagt haben, er habe es auf „Schwarze und Araber“ abgesehen, berichtete die Zeitung Le Monde unter Berufung auf Ermittlerkreise. Er habe Ladenbesitzer rächen wollen, deren Geschäfte bei den Protesten am 17. Oktober geplündert worden waren.
Die PNAT ermittelt wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben, verschärft durch ein rassistisches Motiv. Präsident Emmanuel Macron sprach von rassistischem Terror. Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, nannte die Tat einen Anschlag „mit rassistischem, wahrscheinlich islamfeindlichem Hintergrund“.
Laut PNAT ist der Mann viermal vorbestraft, unter anderem wegen Diebstahls und Drogendelikten. Den Geheimdiensten war er nicht bekannt. Vier Personen aus seinem Umfeld wurden in Gewahrsam genommen, nach Angaben einer AFP-Quelle auch seine Eltern.
Früher Kontakt zu linken Gruppen
In den Jahren 2017 und 2018 nahm Kévin T. an mindestens einer Veranstaltung der Vereinigung France Palestine Solidarité (AFPS) im Nachbarort Guyancourt teil. Die AFPS bestätigte die Echtheit von Fotos, die ihn mit Aktivisten zeigen, er sei aber weder Mitglied noch Spender gewesen. In sozialen Netzwerken wird er dagegen als aktueller propalästinensischer Aktivist dargestellt.
Der Kommunalpolitiker Olivier Pareja aus Guyancourt, der auf solchen Fotos zu sehen ist, sagte AFP, er sei dem Mann „ein paar Mal begegnet“. Er habe den Eindruck gehabt, dieser komme vor allem, „um Leute kennenzulernen“. Wegen rechtsextremer und rassistischer Ansichten sei Kévin T. später „untragbar“ geworden.
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