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Lula zur Abtreibung: Persönlich dagegen, politisch eine Gesundheitsfrage

Brasiliens wiedergewählter Präsident lehnt Abtreibung persönlich ab, will sie aber als Gesundheitsfrage behandeln. Einen Entwurf, der vergewaltigte Frauen härter bestrafen könnte als die Täter, nannte er „Wahnsinn“.

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Lächelnder älterer Mann mit weißem Haar und Bart im Jeanshemd, an dessen Wange sich eine Person mit blonden Haaren lehnt
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist nach eigenen Worten persönlich gegen Abtreibung, will das Thema als Staatschef aber als Frage der öffentlichen Gesundheit behandeln. Inzwischen vermeidet er nach Angaben der Berliner Tageszeitung taz vom Oktober 2026 eine klare Positionierung und sagt nur noch vage: „Persönlich bin ich dagegen.“

Am Sonntag, 25. Oktober, gewann Lula die Stichwahl gegen Flávio Bolsonaro mit rund 51,8 Prozent der gültigen Stimmen; am 5. Januar 2027 beginnt seine vierte Amtszeit. Im Wahlkampf hatte die Abtreibungsfrage dennoch eine Rolle gespielt. Gegner brächten Lula mit der Legalisierung von Abtreibung in Verbindung, sagte die Soziologin Sabrina Fernandes in einem Interview mit der Zeitung nd zur Stichwahl in Brasilien. Lula habe jedoch in drei Amtszeiten nie vorgeschlagen, reproduktive Rechte auszuweiten.

Seit den 1990er-Jahren dieselbe Formel

Nach einer Zusammenstellung der brasilianischen Zeitung Gazeta do Povo äußert sich Lula seit den 1990er-Jahren nahezu gleichbleibend: Persönlich lehne er Abtreibung ab, als Staatschef behandle er sie als Frage der öffentlichen Gesundheit. Die Zeitung führt allerdings auch Aussagen aus den Jahren 2016 und 2021 an, in denen Lula Abtreibung als Recht der Frau bezeichnete.

Im April 2022 stellte Lula nach Kritik klar, er sei gegen Abtreibung. An seiner zuvor geäußerten Forderung, das Thema als Gesundheitsfrage zu behandeln, hielt er jedoch fest.

Im Juni 2024 wiederholte der Präsident diese Linie. In einem Radiointerview mit dem Sender CBN sagte er, er sei gegen Abtreibung. Solange er Staatschef sei, müsse das Thema aber als Frage der Gesundheit behandelt werden.

Verordnungen aufgehoben, Verschärfung abgelehnt

In Brasilien ist ein Schwangerschaftsabbruch nur in wenigen Ausnahmefällen straffrei, etwa nach einer Vergewaltigung. Nach Angaben der taz hob Lula bei seinem Amtsantritt im Januar 2023 Verordnungen seines Vorgängers Jair Bolsonaro zu Abbrüchen nach Vergewaltigungen auf.

Deutlich wurde Lula im Juni 2024 beim Gesetzentwurf PL 1904/24. Dieser sieht vor, Abtreibungen nach der 22. Schwangerschaftswoche einem Tötungsdelikt gleichzustellen, auch nach einer Vergewaltigung. Lula lehnte das ab: Es sei „Wahnsinn“, eine vergewaltigte Frau härter bestrafen zu wollen als den Täter.

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