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Technik

Claude 2.0 ist kein offizieller Name: Was Anthropics App-Umbau bringt

Anthropic hat die Claude-Desktop-App weitgehend neu gebaut. Cowork geht im Chat auf, in Claude Code starten Sitzungen eigene Untersessions.

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Schreibtisch mit Laptop und Smartphone, darüber verzweigte Glasplatten als Sinnbild für parallele Arbeitsabläufe
Anthropic hat die Claude-Desktop-App umgebaut: In Claude Code starten Sitzungen eigene Untersessions, Cowork ist im Chat aufgegangen. Symbolbild (KI-generiert) · Mundivio / OpenAI

Anthropic hat seine Claude-Desktop-App in den vergangenen Wochen in großen Teilen neu gebaut und vor allem den Programmierbereich Claude Code um zahlreiche Funktionen erweitert. Das geht aus einem deutschsprachigen YouTube-Tutorial hervor, das die Neuerungen vorstellt. Die beschriebenen Funktionen sind in Anthropics Dokumentation und Produktmeldungen größtenteils belegt, etwa Sitzungsübersicht, Untersessions, Projects und Mods.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube geladen; dabei werden Daten an YouTube übertragen.

Ein deutschsprachiges Tutorial stellt die Neuerungen der umgebauten Claude-Desktop-App vor Video: Julian Ivanov | KI-Automatisierung

Die im Netz verbreitete Bezeichnung „Claude 2.0“ ist demnach kein offizieller Name. Der Urheber des Videos führt die Bezeichnung auf einen Anthropic-Mitarbeiter zurück, der von "so etwas wie Version 2" gesprochen haben soll; eine unabhängige Bestätigung fand sich nicht.

Cowork im Chat aufgegangen

In der App gibt es nur noch zwei Bereiche. Im Claude-Tab steckt nun auch alles, was früher als Cowork separat lief. Nutzer müssten nicht mehr selbst zwischen Chat und Cowork wählen, Claude entscheide je nach Aufgabe eigenständig. Im Code-Tab arbeitet Claude Code direkt mit Ordnern auf dem Rechner, liest und schreibt Dateien und entwickelt Programme.

Neu sind laut dem Video eine Aufgabenliste im Chat, die Claude Schritt für Schritt abhakt, eine Dateiansicht mit zeilengenauer Änderungsanzeige sowie eine Sitzungsleiste. Diese zeigt unter anderem, wie voll das Kontextfenster ist, welche Dienste verbunden sind und welche Hintergrundprozesse laufen.

Über den Schalter „Remote Control“ lässt sich eine Session vom Smartphone aus weiterführen, während Claude auf dem Rechner weiterarbeitet. Den eingebauten Browser kann Claude selbst steuern. Wer iPhone-Apps entwickelt, findet einen iOS-Simulator, in dem Claude die App testen kann.

Sessions starten eigene Sessions

Claude kann nun selbst Untersessions starten. Anders als die schon zuvor verfügbaren Subagenten seien das vollwertige Gespräche mit eigenem Kontext, in die Nutzer jederzeit eingreifen könnten. Ihr Ergebnis melden sie an die Hauptsession zurück. Eine Session kann zudem andere Sessions lesen, umbenennen, archivieren und ihnen Nachrichten schicken – laut Anthropic sind es standardmäßig die 20 zuletzt aktiven.

Laufende Sessions lassen sich auf Server von Anthropic verschieben, wo sie auch bei ausgeschaltetem Rechner weiterarbeiten. Die neuen Claude Code Projects laufen komplett in der Cloud: Ein Koordinator verteilt ein größeres Ziel auf parallel arbeitende Threads, die sich ein gemeinsames Gedächtnis teilen. Diese Funktion wird nach Angaben des Videos nach und nach ausgerollt.

Neue Befehle und Artefakte

Der Befehl /doctor prüft die Einrichtung von Claude Code; mit dem Zusatz "/doctor prompt-audit" sucht Claude in Anweisungsdateien, Skills und weiterer Konfiguration nach veralteten oder widersprüchlichen Anweisungen. Ein weiterer Befehl zeigt, wie viel Kontext jeder Skill belegt. Mit /insights erstellt Claude einen Bericht über die eigene Nutzung, /rewind springt zu einer früheren Nachricht zurück, /recap fasst den Stand einer Session zusammen.

Für Nutzer mit knappem Kontingent ist /advisor gedacht. Dabei arbeitet ein günstigeres Modell wie Sonnet, an komplexen Stellen zieht Claude ein stärkeres Modell wie Opus hinzu. So soll das Kontingent langsamer verbraucht werden.

Mit sogenannten Mods kann sich Claude Code auf Zuruf eigene Anzeigen, Knöpfe und Seitenleisten einbauen. Bei den Artefakten kamen Dokumente, Präsentationen und sich live aktualisierende Dashboards hinzu, das Designwerkzeug Claude Design ist nun direkt in die App integriert. Der neue Bereich Motion für Bewegtgrafiken ist demnach noch nicht für alle Nutzer verfügbar.

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