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AgaaMuza und der Kölner Roboter-Fall: Polizei ermittelt gegen zwei Teenager
Ein 1,20 Meter großer Roboter soll in Köln eine 16-Jährige unsittlich berührt haben. Die Polizei ermittelt gegen zwei junge Leute; im Netz wird der Fall mit dem Streamer-Account AgaaMuza verknüpft.
Von Marcel

Der Streamer-Account AgaaMuza wird in sozialen Netzwerken mit einem Vorfall in Köln in Verbindung gebracht, bei dem ein etwa 1,20 Meter großer Roboter am Samstag gegen Mitternacht eine 16-Jährige unsittlich berührt haben soll. Die Polizei hat Ermittlungen gegen den 16-jährigen Besitzer des Geräts und eine 19 Jahre alte Begleitperson eingeleitet. Ob der Betreiber des Accounts mit dem Beschuldigten identisch ist, hat die Polizei nicht bestätigt; sie nennt keine Namen.
Was ist in Köln passiert?
Laut einer Mitteilung der Polizei auf Facebook stand das Mädchen vor einem Schnellimbiss nahe dem Stadtzentrum bei Freunden, als sich der rot-goldene Roboter von hinten näherte. Das Gerät soll das Gesäß der 16-Jährigen gepackt und Stoßbewegungen ausgeführt haben, bevor sie schrie und wegging. Laut The Daily Jagran zitieren Berichte die Polizei damit, der Vorfall habe sich am Hohenzollernring ereignet; India Today Global nennt den späten 10. Oktober als Zeitpunkt.
Die Polizei Nordrhein-Westfalen teilte mit, der Besitzer und die Begleitperson hätten das Geschehen vermutlich live in sozialen Medien übertragen und kommentiert. Laut Verity soll die Übertragung unter anderem über TikTok gelaufen sein. Die Angaben zur Begleitperson weichen ab: Die Polizei spricht von einer 19-jährigen Begleiterin, mehrere Medien von einem 19-jährigen Begleiter.
Wie fand die Polizei den Roboter?
Nach Angaben der Polizei wurden Rettungskräfte alarmiert; die beiden Verdächtigen wurden kurz darauf einen Block entfernt angetroffen. Den Roboter entdeckten die Beamten im Kofferraum eines Autos, in dem der Jugendliche ihn abgelegt hatte. Laut News18 handelte es sich um eine VW-Limousine.
Auf einem von der Polizei veröffentlichten Foto trägt der Roboter einen schwarzen Schnurrbart, eine goldfarbene Kette und eine weiße Weste. Neben dem Gerät beschlagnahmten die Ermittler zwei Mobiltelefone der Verdächtigen. Laut News18 ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung.

Wurde der Roboter absichtlich gesteuert?
Zentrale Frage der Ermittlungen ist laut Polizei, ob jemand die Bewegungen des Roboters im Moment des Vorfalls gezielt gesteuert hat. Diese Prüfung läuft noch; ein Ergebnis liegt nach den vorliegenden Angaben bisher nicht vor.
Laut Verity kritisierte die Kölner Polizei am Dienstag auf Facebook zudem „unangemessene“ Kommentare zu dem Fall. Sie warnte, das Teilen oder Veralbern solcher Vorfälle könne die Folgen für ein Opfer verschlimmern.
Welche Rolle spielt der Account AgaaMuza?
Der TikTok-Account „agaamuzareal“ mit dem Namen AgaaMuza zählt nach eigenen Angaben rund 139.700 Follower und 2,6 Millionen Likes und verweist auf Kanäle bei Twitch, Instagram und YouTube. Unter einem dort verbreiteten Video zum Fall wird der Roboter „Ahmed“ genannt; er habe sich dem Mädchen genähert, als wolle er es umarmen. Das Video behauptet außerdem, der Roboter habe sich bei der Sicherstellung gewehrt und sei „abgeschaltet und in Gewahrsam genommen“ worden. Diese Darstellung ist von der Polizei nicht bestätigt.
Kurz darauf wurde auf dem Account nach Angaben der Redaktion ein weiteres Video veröffentlicht, das einen anderen Roboter als Häftling zeigt. Ob der Account-Betreiber die Ermittlungen ernst nimmt, lässt sich daraus nicht ableiten. Eine Stellungnahme von AgaaMuza zu dem Fall liegt nicht vor.