UnterhaltungWestwood, Massachusetts · Amerika
Kyle Kennedy tot: Wieder ist vom „Kennedy-Fluch“ die Rede
Kyle Kennedy, Enkelin von Robert F. Kennedy, starb bereits im September mit 42 Jahren. Die Ursache ist offen, im Netz ist erneut vom „Kennedy-Fluch“ die Rede.
Von Marcel

Kyle Kennedy, eine Enkelin des 1968 ermordeten US-Politikers Robert F. Kennedy und seiner Frau Ethel, ist tot. Laut einem Online-Nachruf starb sie bereits am 21. September im Alter von 42 Jahren friedlich in ihrem Haus in Westwood im US-Bundesstaat Massachusetts. Öffentlich bekannt wurde ihr Tod am Dienstag, 20. Oktober.
Die Todesursache ist noch unklar. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung von Westwood steht ihre Feststellung noch aus. Ein privates Begräbnis hat laut der Zeitung The Guardian bereits stattgefunden.
Vater starb 1997 bei Skiunfall
Kyle Kennedy war die Tochter von Michael Kennedy, dem sechsten von elf Kindern von Robert und Ethel Kennedy, und Victoria Denise Gifford. Deren Vater war der Football-Star und Sportkommentator Frank Gifford.
Michael Kennedy kam an Silvester 1997 in Aspen ums Leben. Er prallte beim Football-Spielen auf Skiern mit anderen Familienmitgliedern gegen einen Baum. Er wurde 39 Jahre alt, seine Tochter war damals 13.
Kyle Kennedy wurde am 6. Juli 1984 in Washington geboren und wuchs vor allem in Cohasset in Massachusetts auf. Nach dem Studium an der Georgetown University unterrichtete sie über das Programm Teach For America an einer Schule für benachteiligte Kinder. Später erwarb sie weitere Abschlüsse an der Pace University und in Harvard. Sie arbeitete als Pädagogin in der frühkindlichen Bildung und setzte sich für Bildungsreformen zugunsten benachteiligter Kinder ein.
Engagement nach schwerer Verletzung
Im Jahr 2020 erlitt Kennedy eine schwere Rückenmarksverletzung, die zu einer dauerhaften Lähmung und weiteren gesundheitlichen Problemen führte. Danach engagierte sie sich für Menschen mit Behinderungen. Im State House, dem Parlamentssitz von Massachusetts, sagte sie zu Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung aus. Ein Jahr vor der Verletzung, 2019, war sie im strömenden Regen den Boston-Marathon gelaufen – 20 Minuten schneller als einst ihr Vater.
Eine Tochter starb wenige Tage nach der Geburt. Kennedy hinterlässt zwei Söhne im Alter von zwölf und zehn Jahren, ihre Mutter sowie einen Bruder und eine Schwester. Ihre 2012 geschlossene Ehe wurde später geschieden.
Bundesweit bekannt wurde Kennedy kurzzeitig 2012: Ihr Cousin Conor Kennedy soll ihre Hochzeit mit seiner damaligen Freundin Taylor Swift ungeladen besucht haben. Die Sängerin hat das stets bestritten. Sie sei eingeladen gewesen, die Braut habe sich sogar für ihr Kommen bedankt, sagte Swift laut dem Portal TMZ.
Der sogenannte Kennedy-Fluch
Unter einem Beitrag von TMZ auf X brachten Nutzer den Tod erneut mit dem „Kennedy-Fluch“ in Verbindung. Der Begriff wird seit Jahrzehnten bemüht, wenn ein Mitglied der Familie jung oder auf dramatische Weise stirbt. Ted Kennedy selbst sprach nach dem Unfall von Chappaquiddick 1969 öffentlich von einem „schrecklichen Fluch“.
Zu den Ereignissen, die häufig dem „Fluch“ zugeschrieben werden, zählen:
- 1944: Joseph P. Kennedy Jr., ältester Bruder von John F. Kennedy, stirbt bei einer Flugzeugexplosion im Zweiten Weltkrieg.
- 1948: Kathleen „Kick“ Kennedy kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
- 1963: Präsident John F. Kennedy wird ermordet; im selben Jahr stirbt sein Sohn Patrick kurz nach der Geburt.
- 1968: Robert F. Kennedy wird ermordet.
- 1969: Mary Jo Kopechne stirbt bei einem Autounfall mit Ted Kennedy in Chappaquiddick.
- 1984: David Kennedy, ein Sohn von Robert F. Kennedy, stirbt an einer Überdosis.
- 1997: Michael Kennedy stirbt bei dem Skiunfall in Aspen.
- 1999: John F. Kennedy Jr., seine Frau Carolyn Bessette und deren Schwester sterben bei einem Flugzeugabsturz.
- 2020: Maeve Kennedy McKean und ihr Sohn kommen bei einem Kanu-Unfall ums Leben.
- 2025: Tatiana Schlossberg, eine Enkelin von John F. Kennedy, stirbt an Leukämie.
Der „Fluch“ ist keine übernatürliche Erklärung, sondern eine mediale und kulturelle Erzählung. Kritiker verweisen darauf, dass große, prominente und risikofreudige Familien statistisch mehr öffentlich wahrgenommene Tragödien erleben – und viele der Todesfälle auf Unfälle, Risikoverhalten, Politik oder Krankheit zurückgehen.