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WeltBelo Horizonte, Minas Gerais, Brasilien · Amerika

Edimar Martins reist 2.000 Kilometer zu KI-Frau, die nicht existiert

Ein Maurer aus Imperatriz fuhr zu einer Online-Bekanntschaft nach Belo Horizonte. Die Frau war eine KI-Figur auf TikTok; der Betreiber sprach von Reichweite für Verkäufe.

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Collage: links vier Social-Media-Bilder blonder Frauen, rechts zwei Nachtaufnahmen eines lachenden Mannes im Trikot mit der Nummer 19

Edimar Martins, ein 49 Jahre alter Maurer aus Imperatriz im brasilianischen Bundesstaat Maranhão, ist rund 2.000 Kilometer zu einer Frau gereist, die es nicht gibt. Die Frau, die er im Internet kennengelernt hatte, ist eine mit künstlicher Intelligenz erzeugte Figur.

Martins brach am Freitag, 9. Oktober, nach Belo Horizonte auf, die Hauptstadt des Bundesstaats Minas Gerais im Südosten Brasiliens. Dort ging ihm das Geld aus. Er wandte sich ans Rathaus und sagte einer Sozialarbeiterin, er sei aus Liebe so weit gereist, weil er die Einsamkeit satt habe. Er bekam Hilfe für die Rückreise. Viele Menschen wollten eine Beziehung finden, deshalb sei er gekommen, sagte er.

Figur für Reichweite und Verkäufe

Die Figur, bekannt als Jéssica Oliveira oder Jéssica Fazendeira, wurde 2025 geschaffen. Sie sollte auf TikTok Reichweite gewinnen und als Affiliate-Partnerin Produkte auf E-Commerce-Plattformen bewerben. Das Konto hatte rund 300.000 Follower.

In einem inzwischen gelöschten Video sagte die KI-Frau, sie suche einen Mann, den sie auf ihrer Farm komplett versorgen wolle. „Ich möchte dich wirklich unterstützen, du sollst auf meine Farm kommen und nie wieder in deinem Leben arbeiten“, sagte sie.

Am Mittwoch, 14. Oktober, räumte die Person hinter dem Konto in einem neuen Video ein, dass die Figur künstlich erzeugt ist. Die Frau habe nie mit jemandem mit diesem Profil gesprochen, die Absicht sei gewesen, Reichweite für Verkäufe zu erzielen. Direkten Kontakt zu Martins bestreitet der Verantwortliche. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Rückkehr zu den Schwestern

Martins ist nach mehr als einer Woche Abwesenheit wieder in Imperatriz bei seinen Schwestern, berichtet die Zeitung O Tempo. Auf der Rückreise sei er am Busbahnhof von Tocantinópolis im Bundesstaat Tocantins gestrandet. Fernfahrer hätten seine Fahrkarte bis zur Familie bezahlt.

Zurück in Maranhão veröffentlichte er in sozialen Netzwerken ein Video, in dem er scherzhaft auf das Erlebte einging. Der Fall fand in Brasilien landesweit Beachtung.

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