iPhone Duo: YouTuber Marques Brownlee rät den meisten Käufern ab
Apples erstes faltbares iPhone mache Spaß, sei aber schwer, ohne Face ID und mit schwächeren Kameras, urteilt der Technik-Kritiker nach anderthalb Wochen im Test.
Von Marcel

Der Technik-YouTuber Marques Brownlee rät den meisten iPhone-Nutzern vom Kauf des iPhone Duo ab. Apples erstes faltbares Smartphone mache zwar Spaß, sei aber schwer, habe kein Face ID und schwächere Kameras, sagte Brownlee in einem Testvideo, das er am Mittwoch, 21. Oktober, auf seinem Kanal „MKBHD“ veröffentlichte.
Beim Abspielen wird das Video von YouTube geladen; dabei werden Daten an YouTube übertragen.
Brownlee hat das Gerät nach eigenen Angaben etwa anderthalb Wochen genutzt. Sein Kernurteil: Die meisten neuen Produkte hätten eine solide Grundidee und seien an den Rändern noch etwas unfertig. Beim iPhone Duo sei es umgekehrt: „Es ist an den Rändern sehr ausgefeilt, aber in der Mitte ziemlich unfertig.“
Erstes Falt-iPhone kostet ab 1.999 Dollar
Das iPhone Duo lässt sich wie ein Buch aufklappen. Es kostet ab 1.999 Dollar mit 256 Gigabyte Speicher, die Version mit zwei Terabyte 3.199 Dollar. Das äußere OLED-Display misst knapp 13,7 Zentimeter (5,4 Zoll), das innere rund 19,3 Zentimeter (7,6 Zoll). Im Gerät arbeitet der Chip A20 Pro, ausgeliefert wird es mit iOS 27.1.
Faltbare Smartphones anderer Hersteller gibt es seit 2019. Apple sei damit Jahre hinter der Konkurrenz, sagte Brownlee. Für viele Menschen sei das iPhone Duo aber das erste Falt-Handy, dessen Kauf sie überhaupt in Betracht zögen. Die Animation beim Aufklappen erkläre Neulingen intuitiv, dass sich darunter ein größerer Bildschirm verberge.
Schwer, ohne Face ID, viele Apps nicht angepasst
Als größten Hardware-Nachteil nennt Brownlee Dicke und Gewicht. Das Konkurrenzmodell Galaxy Z Fold 8 von Samsung sei deutlich dünner und gut 20 Prozent leichter. Im Alltag mache das einen großen Unterschied. Lob gibt es für die Verarbeitung mit Rahmen aus Titan und den Schutz gegen Staub und Wasser nach IP68.
Face ID fehlt nach Brownlees Worten, weil das Gerät dafür nicht dick genug ist. Stattdessen sitzt ein Fingerabdrucksensor im Einschaltknopf. Apple habe dabei eine Verzögerung eingebaut, damit Nutzer zunächst den Sperrbildschirm sehen. Das lasse den Sensor langsam wirken, sagte Brownlee. Er erwartet, dass Face ID für Umsteiger von anderen iPhones das am meisten vermisste Merkmal sein wird.
Das größte Problem zum Marktstart seien die Apps. Apple verlagert Bedienelemente im zugeklappten Zustand an den rechten Rand, damit sie mit dem Daumen erreichbar sind. Viele Apps wie Spotify, Google Maps, Waze, Discord, X und Google Kalender seien darauf noch nicht angepasst und zeigten einen schwarzen Balken. Aufgeklappt erschienen sie oft klein in der Mitte des großen Bildschirms.
Instagram und die Wetter-App Carrot Weather hätten bereits Updates erhalten. Brownlee rechnet mit einer deutlichen Besserung in etwa sechs Monaten. Zudem sei das Gerät im Test teils fehlerhaft gewesen, vor allem beim Übergang zwischen den Displays.
Die Kameras – eine Hauptkamera mit 48 Megapixeln und ein Ultraweitwinkel – lägen auf dem Niveau anderer Falt-Handys, aber unter den Pro-Modellen. Ein Teleobjektiv fehlt, ab etwa vierfachem Zoom würden Bilder deutlich schlechter. Videos gibt es nur in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde, ohne ProRes und Log. Die Selfie-Kamera unter dem inneren Display bezeichnete Brownlee als schlecht.
Lob für Display, Scharnier und Akku
Das innere Display mit mattem Nano-Texture-Finish nennt Brownlee das Hardware-Highlight. Es kaschiere den Knick, spiegle kaum und eigne sich gut zum Lesen und für Videos. Das Scharnier halte das Gerät stabil halb geöffnet. In dieser Zeltstellung wechselt das iPhone Duo auch ohne Ladekabel in den StandBy-Modus.
Der Akku mit zusammen rund 4.900 Milliamperestunden reiche locker für einen Tag. Brownlee beendete den Tag nach eigenen Angaben regelmäßig mit mehr als 30 Prozent Restladung. Zwei Apps lassen sich nebeneinander nutzen und als Paar koppeln. Auf dem äußeren Display können Fotografierte zudem den Bildausschnitt sehen, außerdem ermöglicht es Selfies mit der Hauptkamera.
Für wen sich das Gerät lohnt
Für Nutzer, die vor allem Nachrichten schreiben, soziale Netzwerke nutzen und gelegentlich surfen, lohne sich der Kauf eher nicht, sagte Brownlee. Gleiches gelte für Filmemacher, die die beste Kamera suchen, und für Menschen, die ihr Handy oft fallen lassen. Wem der Preis wenig ausmache und wer die Idee eines iPad mini für die Hosentasche möge, bekomme ein Gerät, das viel Spaß mache.
Gewisse Kompromisse bei Akku, Lautsprechern und Kameras seien bei dieser Bauform schlicht Physik, sagte Brownlee. Er hoffe, dass Apple bei der zweiten Generation die Kritik am Kern des Geräts aufgreife: „Das könnte ein großartiges Smartphone werden.“