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Joice Hasselmann wählt Lula und wirft Jair Bolsonaro einen Angriff vor

Brasiliens Ex-Abgeordnete Joice Hasselmann sagt, Jair Bolsonaro habe 2021 einen Angriff auf sie befohlen. Die Polizei war damals von einem Sturz ausgegangen.

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Zwei nebeneinander gestellte Aufnahmen einer Frau mit langen blonden Haaren in weißer Rüschenbluse, die in einem Raum direkt in die Kamera spricht
Die frühere Abgeordnete Joice Hasselmann erklärt in einem Video, bei der Stichwahl für Lula zu stimmen, und erhebt Vorwürfe gegen die Bolsonaros.

Die frühere brasilianische Abgeordnete Joice Hasselmann will in der Stichwahl um das Präsidentenamt am Sonntag, 25. Oktober, für Präsident Lula stimmen. In einem Interview mit dem Lula-nahen Nachrichtenportal Brasil 247 warf sie zudem Ex-Präsident Jair Bolsonaro vor, einen Angriff auf sie im Jahr 2021 befohlen zu haben. Das Portal kündigte das Gespräch am Donnerstag, 22. Oktober, für seinen Sender TV 247 an.

Lulas Herausforderer ist Flávio Bolsonaro, ein Sohn des früheren Präsidenten. Hasselmann begründete ihre Entscheidung mit der Verteidigung der Demokratie gegen ein „autoritäres Machtprojekt“ der Familie Bolsonaro. Man könne eine Wahl verlieren, nicht aber die Demokratie, sagte sie sinngemäß. Trotz Differenzen mit Lulas Arbeiterpartei PT werde sie so abstimmen: „Ich wähle Lula, ohne Umschweife.“

Auch auf X, wo Hasselmann als Kommentatorin aktiv ist, meldete sie sich zu Wort. Ihre Aussagen stoßen dort auf Zustimmung aus dem linken Lager, aber auch auf scharfe Kritik und Zweifel.

X @joicehasselmann

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Wie wir am 19. Oktober berichteten, hatte Flávio Bolsonaro Lula eine Woche vor der Stichwahl wegen Häftlingsstimmen angegriffen. Lula forderte daraufhin in seinem Konter gegen Flávio Bolsonaro Ex-Präsident Jair Bolsonaro auf, ihn zu wählen.

Vom Bolsonaro-Lager zur Kritikerin

Vor ihrer politischen Laufbahn arbeitete Hasselmann als Journalistin und Moderatorin, unter anderem präsentierte sie die Sendung „Os Pingos nos Is“ beim Sender Jovem Pan. 2018 zog sie für die Partei PSL aus dem Bundesstaat São Paulo mit 1.078.666 Stimmen in die Abgeordnetenkammer ein, als meistgewählte Frau der brasilianischen Geschichte. Unter Bolsonaro war sie kurzzeitig Regierungssprecherin im Kongress und Fraktionsführerin der PSL.

Bereits 2019/2020 brach sie mit Bolsonaro und dessen Familie. Sie wirft dem „Clan“ Korruption, autoritäre Tendenzen und persönliche Angriffe vor. Den Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro nannte Hasselmann kürzlich einen „Verbrecher der übelsten Sorte“. Später wechselte sie zur PSDB und zuletzt zu Podemos. 2020 scheiterte sie bei der Bürgermeisterwahl in São Paulo, 2022 erhielt sie nur noch rund 13.700 Stimmen und schied aus dem Parlament aus.

Hasselmann spricht von Angriff, Polizei von Sturz

In dem Gespräch mit Brasil 247 schilderte Hasselmann einen Vorfall in ihrer Wohnung in Brasília im Jahr 2021. Damals erlitt sie unter anderem Brüche im Gesicht, an einer Rippe und an der Wirbelsäule. Sie spricht von einem gezielten Angriff: Man habe sie zusammengeschlagen und querschnittsgelähmt machen wollen. Jair Bolsonaro habe den Angriff angeordnet, sagte sie. Den Vorfall bringt sie mit ihrem Bruch mit der Familie in Verbindung.

Zudem gab Hasselmann an, bereits 2019 einen Entwurf für einen Putsch gesehen und dies dem damaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofs STF, Dias Toffoli, gemeldet zu haben.

Die Zivilpolizei des Bundesdistrikts hatte den Fall im August 2021 abgeschlossen. Sie ging von einem Sturz aus eigener Höhe aus, möglicherweise unter dem Einfluss von Schlafmitteln, und schloss eine Beteiligung Dritter aus. Hasselmanns Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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