WeltCali, Kolumbien · Amerika
María José, 20-jährige Polizistin, in Cali getötet
Die Polizei bestätigte am Samstag den Tod der 20-jährigen Streifenpolizistin. Sie war am Freitag bei einem Einsatz gegen bewaffnete Räuber in den Kopf geschossen worden.
Von Marcel

Eine 20 Jahre alte Polizistin ist in der kolumbianischen Stadt Cali ihren schweren Verletzungen aus einem Schusswechsel mit mutmaßlichen Räubern erlegen. Die Policía Metropolitana de Cali bestätigte den Tod der Streifenpolizistin María José R. am Samstag, 24. Oktober, gegen Mittag.
Die junge Frau war am Freitagnachmittag, 23. Oktober, im Barrio Industrial im Zentrum der Stadt von einer Kugel am Kopf getroffen worden. Sie kam mit ungewisser Prognose auf die Intensivstation. Bereits seit Freitag hatten in sozialen Netzwerken falsche Todesmeldungen kursiert, die die Polizei dementierte, solange die Beamtin noch lebte.
Eingreifen bei Überfall auf Polizisten
Auslöser war nach Angaben der Polizei ein Raubversuch: Mehrere bewaffnete Männer versuchten, einem dienstfreien Polizisten des Departamento de Policía Valle sein privates Motorrad und seine Habseligkeiten abzunehmen. Einheiten der städtischen Polizeistation griffen ein, es kam zu einem Schusswechsel.
Neben der 20-Jährigen wurden zwei weitere Polizisten verletzt. Einer von ihnen erholt sich, der andere wurde krankgeschrieben entlassen. Ein mutmaßlicher Räuber wurde getötet. Die Beamten stellten zwei Schusswaffen, vier gestohlene Mobiltelefone und ein Motorrad sicher, das offenbar bei dem Überfall benutzt worden war.
Nach Angaben der Polizei stehen die Verdächtigen mit drei weiteren Diebstählen in Verbindung, die am selben Tag in anderen Teilen der Stadt verübt wurden. Die Ermittlungen laufen, wie Polizeidirektor Generalmajor Jesús Alejandro Barrera Peña laut der Zeitung El Heraldo sagte. Die Kriminalpolizei sammelt Beweise, um die übrigen Beteiligten zu identifizieren und vor Gericht zu bringen.
Trauer bei Polizei und Behörden
Die kolumbianische Nationalpolizei veröffentlichte eine offizielle Trauerbekundung und würdigte die Berufung der jungen Beamtin zum Dienst an der Gemeinschaft.
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Die Personería de Cali, eine städtische Kontroll- und Ombudsstelle, verurteilte die Tat scharf und forderte eine gründliche Aufklärung. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Kriminalität weiter Leben auslöscht“, erklärte die Behörde. Der Stadtrat von Cali würdigte die Polizistin als Frau, die ihr Leben dem Schutz der Sicherheit und Ruhe der Bewohner gewidmet habe.
Am Samstagabend fand im Kommando der Policía Metropolitana de Santiago de Cali eine Mahnwache mit Kerzen statt.
Für den Polizeidienst nach Cali gezogen
Die 20-Jährige stammte aus Montería, der Hauptstadt des Departements Córdoba an der Karibikküste, und war für ihren Dienst nach Cali gezogen. Nach Angaben der Zeitung Publimetro gehörte sie seit etwa einem Jahr der Nationalpolizei an. Kollegen beschrieben sie als bestimmt, fröhlich und entschlossen, geprägt von ihrem karibischen Temperament. Sie habe sofort auf den Notruf aus einem als schwierig geltenden Viertel reagiert.
Beigesetzt werden soll die Polizistin nach Angaben der Polizei in ihrer Heimatstadt. Der Gouverneur von Córdoba, Erasmo Zuleta Bechara, sprach der Familie und der Polizei seine Anteilnahme aus. „Es erfüllt uns mit Trauer, dass ein so junges Leben durch die Kriminalität erlischt“, schrieb er.